Wolfgang Henggeler-Schmid (1814-1877)

Wolfgang Henggeler wurde am 21. März 1814 in der Schmitte im Moos in Unterägeri als jüngstes von neun Kindern geboren. Sein Vater Josef Franz war Schmid und Dolmetscher, seine Mutter Katharina war die Tochter des Seidenferggers und Ratsherrn Uhr aus Neuheim. Dieser war eng befreundet mit dem Baumwollverleger Kaspar Höhn aus Hirzel und auch zwischen den Töchtern Katharina Uhr und Anna Barbara Höhn entwickelte sich eine enge Freundschaft. Anna Barbara Höhn heiratete später Hans Jakob Schmid, den Gründer der Spinnerei Gattikon. Diese Verbindung ermöglichte es Wolfgang, nach Beendigung der Schule in Unterägeri und anschliessender Mühlenbauerlehre in Zug (1831-32) als Techniker in die Spinnerei Gattikon einzutreten und den Betrieb zu studieren.

 

1834 gründete er dann gemeinsam mit seinen Brüdern Alois und Franz Josef, seinem Onkel und Ziehvater Johann Jakob und seinem Schwager Klemens Iten die Spinnerei in Unterägeri, als erste Fabrik des Kantons Zug (Gebr. Henggeler & Cie), welcher er bis 1860 als technischer Direktor und bis 1873 als Präsident der Kollektivgesellschaft vorstand. 1838 beteiligten sich sein späterer Schwiegervater Hans Jakob Schmid und dessen Bruder Heinrich Schmid am Ausbau der Spinnerei, welche in „Schmid, Henggeler & Cie.“umbenannt wurde.

Barbara Henggeler-Schmid (1822-1897) gründete 1844 die erste Mädchenklasse in Unterägeri, welche sie mehrere Jahre selbst unterichtete
Barbara Henggeler-Schmid (1822-1897) gründete 1844 die erste Mädchenklasse in Unterägeri, welche sie mehrere Jahre selbst unterichtete

 1844 heiratete er Barbara Schmid, die Tochter von Hans Jakob Schmid. 1846 beteiligte er sich gemeinsam mit seinem Cousin Meinrad Henggeler und Heinrich Schmid an der Gründung der Spinnerei Neuägeri, welche 1860 mit der Spinnerei Unterägeri fusionierte. 1850 beteiligte er sich an der Gründung der Weberei Kollermühle in Zug, 1853 an der Gründung der Spinnerei Baar und der Seidenweberei Gattikon und 1864 an der Spinnerei Bern-Felsenau.

 

Auch politisch war Wolfgang Henggeler aktiv. 1839-41, 1843-45 und 1848-74 vertrat er als Liberaler die Gemeinde Unterägeri im Kantonsrat und 1846-47 im Landrat. 1847-48 gehörte er dem Verfassungsrat und anschliessend als Statthalter dem neu geschaffenen Regierungsrat an. 1874-77 vertrat er die Gemeinde Baar im Kantonsrat. 1860-67 war er Nationalrat und war gleichzeitig Mitglied des Grossrats in Zürich, wo er als enger Verbündeter von Alfred Escher galt.

 

Am 14. Juni 1877 starb Wolfgang Henggeler in Baar.

Literatur:

 

Henggeler, Rudolf: Die Henggeler- Talleute zu Ägeri, Zug 1934.